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Diesen Satz habe ich in meiner Ausbildung so oft gehört, dass er sich irgendwann wie eine Wahrheit angefühlt hat. Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Und ja, er hat einen wahren Kern: Soweit, so gut. Aber ich finde ihn trotzdem problematisch. Aus zwei Gründen. 1. die Metapher selbst. Angeln bedeutet locken, täuschen, töten. Alles, was mal Augen und eine Seele hatte, esse ich seit über zwölf Jahren nicht mehr. Ich kann diese Metapher schlicht nicht romantisieren. Wenn Copywriting „angeln“ bedeutet, hat das für mich einen Beigeschmack, der sich mit ehrlicher Kommunikation beißt. 2. Was ist mit der Auftraggeberin? Hier wird es für mich richtig interessant. Denn meine Kundinnen sind nicht irgendwelche anonymen Unternehmen. Wenn ich Texte schreibe, die „dem Fisch schmecken“, meiner Kundin aber ein mulmiges Gefühl im Bauch hinterlassen: Was habe ich dann gewonnen? Sie geht mit Texten raus, die sich nicht nach ihr anfühlen. Die Reibung fängt schon vor der Zusammenarbeit an. Ich bin keine Textmaschine, die Botschaften optimiert, bis die Klickrate stimmt. Und ich blocke kein Feedback ab, weil „es ja nur der Leserin schmecken muss.“ Das wäre für mich keine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Gute Texte entstehen, wenn Leserin UND Auftraggeberin sich darin wiederfinden. Das ist das eigentliche Handwerk. Hattest Du schon mal das Gefühl, Texte rauszugeben, die sich irgendwie nicht nach Dir angefühlt haben? Ich freue mich auf Deine Rückmeldung – ich lese jede einzelne. Wir lesen uns. ♥ GaliGrü, |