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Ich sitze auf der Geburtstags-Grillparty meines ehemaligen WG-Mitbewohners. An jeder Ecke duftet es anders – vom leckeren Bratreis aus dem Wok, über (Veggie-) Burger vom Grill. Mein Magen grummelt schon seit mindestens 45 Minuten, aber ich versuche, mich zu gedulden und lieber mehr zu trinken (Wasser versteht sich). Doch als sich meine Kleine mit ihrem süßen Schmollmund an mich kuschelt und leise flüstert: Wir schleichen uns also zum Carport, wo die Mutter meines ehemaligen Mitbewohners steht, und fragen, ob wir schon irgendetwas essen können. (Witzig, wie ich sonst unter keinen Umständen unhöflich sein will, aber für meine Tochter ist mir alles egal.) „Klar, bedient euch am Gurken- und Melonensalat. Der Rest ist auch bald fertig.“ Ich schnapp mir also in Lichtgeschwindigkeit eine kleine Schüssel und schaufle einiges von den Salaten hinein. Doch als ich meiner Kleinen die Schüssel in die Hand drücke, schaut sie mich skeptisch an: Shit. Kein Besteck zu finden. Vielleicht war es noch nicht draußen. Vielleicht hat mich der Hunger auch ein bisschen blind und nervös gemacht, keine Ahnung. In einer Schublade finde ich dann nur eines: Meine Tochter findet das erstmal total cool. Tja. Falsch gedacht. Bei jedem Haps von diesem Göffel reiße ich mir ein Stück mehr von meiner Lippe auf, egal wie vorsichtig ich bin. Autsch. (Bei Töchterchens kleinem Mund ging das etwas besser) Diese Dinger sind schärfer als man denkt. Oder vielleicht bin ich auch die falsche Zielgruppe, und mein Mund war einfach zu groß dafür, haha. Irgendwann sitze ich jedenfalls da, mit brennender Unterlippe und denk mir: Manchmal funktioniert es einfach nicht, zwei Dinge gleichzeitig abzudecken, die sich total widersprechen. So wie ein veganer Tierschützer niemals zeitgleich bei einem Metzger arbeiten würde. Aber jetzt kommt der wichtige TeilVor Kurzem habe ich hier geschrieben, dass Du Dich nicht entscheiden musst. Dass (in meinem Fall) Heilpraktikerin UND Copywriterin geht. Dass Du „zu bunt“ für eine Schublade sein darfst. Und das stimmt auch. Der Unterschied liegt darin, woher die Kombination kommt. Wenn sie aus Dir selbst kommt, aus Deiner Geschichte, aus dem, was Du gelebt und gelernt hast, dann ergibt sie Sinn. Dann ist sie genau das, was Dich unverwechselbar macht. Wenn sie aber daraus entsteht, dass Du von außen betrachtet möglichst viel abdecken willst, damit Du niemanden verpasst, dann wird es ein Göffel. Und Göffel funktionieren nicht (oder tun weh).🥲 Wie oft habe ich von potentiellen Kundinnen gehört „Ich helfe allen Menschen bei allen Themen“. Das klingt großzügig. Aber am Ende fühlt sich niemand gemeint und die Message verpufft. Deine Wunschkundin liest das und erkennt einfach nicht, ob Du sie meinst. Dabei könntest Du ihr vermutlich wirklich helfen. Nur erfährt sie das nie. Wie Du den Unterschied merkstFrag Dich, woher es kommt. Ist das etwas, das aus Deiner Geschichte gewachsen ist? Etwas, wo Du beim Erzählen schneller sprichst und Deine Augen beginnen zu funkeln? Oder ist es etwas, das Du dazugenommen hast, weil es „der Markt“ angeblich will? Das Erste ist Deine Positionierung. Das Zweite ist ein Göffel. Hast Du schonmal das Gefühl gehabt, Dich in eine Schablone pressen zu müssen, die sich nach einem Göffel angefühlt hat? 🌿 Wir lesen uns. |