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„Schreib Deinen Content doch einfach vor.“ Diesen Tipp habe ich von so vielen Seiten bekommen, dass ich irgendwann dachte, ich mache etwas grundlegend falsch. Und das Argument leuchtet ja auch ein: Du hast ein Kind. Es gibt Wochen, in denen nichts läuft, weil sie krank ist oder Du selbst. Also schreib vor, plane Deine Newsletter und Deinen Content, dann hast Du Ruhe. Klingt vernünftig. Ich habs versucht. Mehrfach. Und jedes Mal saß ich vor dem Dokument und fühlte mich wie eine Betrügerin. Weil ich wusste: Wenn dieser Text in zwei Wochen bei Dir ankommt, tue ich so, als würde ich Dir gerade etwas erzählen. Als wäre das gerade passiert. Dabei sitze ich dann vielleicht ganz woanders. Vielleicht ist mir das Thema längst egal. Vielleicht ist etwas ganz anderes passiert, das viel wichtiger wäre. Und Du kannst das natürlich nicht wissen. Du merkst nicht, ob ich das gestern erlebt habe oder vor drei Wochen. Das ist ja das Absurde daran. Aber ich weiß es. Und ich glaube, das macht einen Unterschied in der Energie. Wenn ich etwas gerade erlebt habe, ist da noch dieses Nachbeben. Diese Aufregung, dieser Ärger, dieses Staunen. Und das schreibt mit. Das landet zwischen den Zeilen, auch wenn ich es nicht benenne. (vielleicht spürst Du das manchmal? Sag mir bitte, dass Du es spürst) Wenn ich denselben Text zwei Wochen später nochmal aufwärme, ist er vielleicht sauberer und strukturierter. Aber er ist nicht mehr so lebendig. Und ich glaube, Du spürst das. Vielleicht nicht bewusst. Aber irgendwo zwischen Zeile drei und Zeile zwanzig entscheidet Dein Gefühl, ob da gerade ein Mensch mit Dir spricht oder ein Redaktionsplan. (Was im Übrigen meiner Meinung nach auch der Grund ist, weshalb KI-Content auf Dauer nicht funktionieren kann) Deshalb schreibe ich ad hoc. Auch wenn das bedeutet, dass ich manchmal um 23 Uhr das Handy doch noch einmal an mache, weil mir am Nachmittag etwas passiert ist, das raus will. Ist das die effizienteste Methode? Nein. Ganz sicher nicht. Aber es ist meine. Und ich glaube inzwischen: Bei allen Empfehlungen von Coaches und Experten zählt immernoch das eigene Gefühl am meisten. Wie geht es mir, wenn ich den Ratschlag umsetze? Funktioniert das für mich, oder quäle ich mich dann durch irgendetwas durch, was mir eigentlich Spaß machen könnte? Ich hoffe jedenfalls Du hast Spaß am Schreiben. 🙂 Und sollte das nicht der Fall sein, weißt Du ja, wo Du mich findest. Wir lesen uns. |