Rebecca Janko Copywriting

Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Wirklich?

Diesen Satz habe ich in meiner Ausbildung so oft gehört, dass er sich irgendwann wie eine Wahrheit angefühlt hat.

Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.

Und ja, er hat einen wahren Kern:
Texte müssen die Leserin abholen, nicht das Ego der Person dahinter.

Soweit, so gut.

Aber ich finde ihn trotzdem problematisch. Aus zwei Gründen.

1. die Metapher selbst.

Angeln bedeutet locken, täuschen, töten.

Alles, was mal Augen und eine Seele hatte, esse ich seit über zwölf Jahren nicht mehr. Ich kann diese Metapher schlicht nicht romantisieren.

Wenn Copywriting „angeln“ bedeutet, hat das für mich einen Beigeschmack, der sich mit ehrlicher Kommunikation beißt.

2. Was ist mit der Auftraggeberin?

Hier wird es für mich richtig interessant.

Denn meine Kundinnen sind nicht irgendwelche anonymen Unternehmen.

Sie sind Frauen mit einem Herzensbusiness, die sichtbar werden wollen, ohne sich zu verbiegen.

Wenn ich Texte schreibe, die „dem Fisch schmecken“, meiner Kundin aber ein mulmiges Gefühl im Bauch hinterlassen: Was habe ich dann gewonnen?

Sie geht mit Texten raus, die sich nicht nach ihr anfühlen.

Das Ergebnis: Dissonanz.

Vielleicht buchen sich potentielle Klientinnen dennoch Termine, aber merken schon im Erstgespräch, dass es sich im Vergleich zu den vorherigen Texten nicht stimmig anfühlt.

Die Reibung fängt schon vor der Zusammenarbeit an.

Ich bin keine Textmaschine, die Botschaften optimiert, bis die Klickrate stimmt.

Ich bin Sparringspartnerin. Das bedeutet: Ich höre zu, frage nach, gebe meine Ansichten und Erfahrungen. Und gehe in den Austausch mit meinen Kundinnen.

Und ich blocke kein Feedback ab, weil „es ja nur der Leserin schmecken muss.“

Das wäre für mich keine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Das wäre Arbeit nach einer Theorie, die sich klug anhört, aber Menschen ausblendet.

Gute Texte entstehen, wenn Leserin UND Auftraggeberin sich darin wiederfinden.

Wenn der Text nach ihr klingt und trotzdem die Richtige anspricht.

Das ist das eigentliche Handwerk.

Hattest Du schon mal das Gefühl, Texte rauszugeben, die sich irgendwie nicht nach Dir angefühlt haben?

Ich freue mich auf Deine Rückmeldung – ich lese jede einzelne.

Wir lesen uns. ♥

GaliGrü,
Rebecca

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